Kalk- oder Silikatfarben?

Mineralische Wandfarben im Vergleicht

Bei der Renovierung von Innenräumen stellt sich häufig die Frage, welche Wandfarbe für den jeweiligen Untergrund geeignet ist. Neben klassischen Dispersionsfarben kommen auch mineralische Anstriche wie Kalk- und Silikatfarben infrage.

Die verschiedenen Farbarten unterscheiden sich unter anderem in ihrer Zusammensetzung, Wasserdampfdurchlässigkeit, Verarbeitung und Eignung für bestimmte Untergründe. Welche Farbe sinnvoll ist, hängt deshalb von den baulichen Gegebenheiten und den Anforderungen an die Oberfläche ab.

Kalk- und Silikatfarben besitzen besondere mineralische Eigenschaften. Sie können bei geeigneten Untergründen eine gute Wahl sein, sind jedoch keine allgemeine Lösung gegen Feuchtigkeit oder Schimmel.

Im Folgenden werden die Eigenschaften, Vorteile und Grenzen beider Farbarten erläutert, um die Unterschiede verständlich darzustellen.

Was ist Kalk und was ist Silikat?

Kalk und Silikat sind mineralische Stoffe, die als Grundlage unterschiedlicher Wandfarben dienen.

Kalkfarben werden in der Regel auf Basis von Kalkbindemitteln hergestellt, beispielsweise aus Sumpfkalk. Der dafür verwendete Kalk entsteht durch das Brennen von Kalkstein und das anschließende Löschen mit Wasser. Beim Abbinden reagiert das Kalkbindemittel mit Kohlendioxid aus der Luft und bildet wieder Calciumcarbonat.

Silikatfarben verwenden dagegen mineralische Bindemittel auf Wasserglasbasis, häufig Kaliwasserglas. Bei geeigneten mineralischen Untergründen kann es zu einer chemischen Verbindung zwischen Anstrich und Untergrund kommen. Dieser Vorgang wird als Verkieselung bezeichnet.

Beide Farbarten gehören zu den mineralischen Beschichtungssystemen, unterscheiden sich jedoch in ihren Eigenschaften und Anforderungen an den Untergrund.

Eine Möglichkeit, Kalk als mineralisches Bindemittel für die Wandgestaltung zu nutzen, ist Kalkfarbe. Sie wird vor allem auf geeigneten mineralischen Untergründen eingesetzt und besitzt charakteristische Eigenschaften, die bei der Auswahl einer Wandbeschichtung berücksichtigt werden sollten.

Kalkfarbe ist eine mineralische Wandfarbe auf Kalkbasis. Sie wird vor allem auf geeigneten mineralischen Untergründen wie Kalk- oder Kalkzementputz eingesetzt. Je nach Produkt und Untergrund kann sie sowohl im Innenbereich als auch an Fassaden verwendet werden. Auch bei der Instandsetzung historischer Gebäude kommen Kalkfarben zum Einsatz.

Eine typische Eigenschaft kalkhaltiger Anstriche ist ihr hoher pH-Wert. Dieser kann das Wachstum bestimmter Schimmelpilze auf der Oberfläche erschweren. Ein dauerhafter Schutz vor Schimmel lässt sich daraus jedoch nicht ableiten. Entscheidend bleiben die Feuchtigkeitsverhältnisse und der Zustand des Untergrunds.

Kalkfarben können eine hohe Wasserdampfdurchlässigkeit aufweisen. Ihre tatsächlichen Eigenschaften hängen jedoch von der jeweiligen Produktzusammensetzung ab. Auch die Umweltverträglichkeit muss anhand des konkreten Produkts beurteilt werden.

Das Bindemittel von Kalkfarbe wird aus Kalkstein gewonnen. Dieser wird zunächst gebrannt und anschließend mit Wasser gelöscht. Der dabei entstehende gelöschte Kalk kann als Grundlage für Kalkfarben dienen.

Beim Trocknen und Abbinden nimmt das Kalkbindemittel Kohlendioxid aus der Luft auf und bildet Calciumcarbonat. Dieser Vorgang wird als Carbonatisierung bezeichnet.

Die genaue Zusammensetzung und Verarbeitung einer Kalkfarbe hängt vom jeweiligen Produkt ab. Auch die Eignung für einen bestimmten Untergrund sollte vor dem Anstrich geprüft werden.

Man kann Kalkfarbe auch einfärben, allerdings nur mit speziellen, „kalkechten“ Pigmenten. Der Anstrich wirkt oft leicht wolkig und natürlich.

Wichtig ist, dass der Untergrund mineralisch ist. Auf Holz, Tapeten oder Kunststofffarben hält Kalkfarbe schlecht oder gar nicht. Vor dem Streichen muss der Untergrund sauber, fest und trocken sein.

Doch was ist nun Silikatfarbe?

Silikatfarbe ist eine mineralische Wandfarbe, deren Bindemittel auf Wasserglas basiert. Bei klassischen Silikatfarben wird dafür in der Regel Kaliwasserglas verwendet.

Eine besondere Eigenschaft ist die sogenannte Verkieselung: Auf geeigneten mineralischen Untergründen kann sich die Farbe chemisch mit dem Untergrund verbinden. Dadurch entsteht ein fest haftender Anstrich.

Neben klassischen Silikatfarben gibt es auch Dispersionssilikatfarben und weitere Produktvarianten. Diese unterscheiden sich in ihrer Zusammensetzung und teilweise auch in den geeigneten Untergründen. Deshalb sind die jeweiligen Herstellerangaben bei der Auswahl und Verarbeitung entscheidend.

Silikate werden in vielen Bereichen genutzt, zum Beispiel in der Bauindustrie, bei Farben, Waschmitteln und auch bei Schmuck und Edelsteinen. Es gibt sie sowohl natürlich als auch künstlich hergestellt. Ein bekanntes, aber heute verbotenes Silikat-Mineral ist Asbest.

Silikatfarbe ist eine umweltfreundliche Wandfarbe aus mineralischen Stoffen. Sie verbindet sich beim Streichen fest mit dem Untergrund, wodurch ein sehr haltbarer und wetterfester Anstrich entsteht.

Silikatfarben zeichnen sich häufig durch eine hohe Wasserdampfdurchlässigkeit aus. Bei geeigneten Untergründen können sie langlebige und widerstandsfähige Beschichtungen bilden. Deshalb werden sie sowohl in Innenräumen als auch an Fassaden eingesetzt.

Durch ihre mineralische Zusammensetzung und den hohen pH-Wert können bestimmte Silikatfarben das Wachstum von Mikroorganismen auf der Oberfläche erschweren. Ein zuverlässiger Schutz vor Schimmel oder Algen ist damit jedoch nicht gewährleistet. Feuchtigkeitsprobleme müssen unabhängig vom Anstrich untersucht und behoben werden.

Bei der Verarbeitung ist zu beachten, dass Silikatfarben im flüssigen Zustand stark alkalisch sein können. Geeignete Schutzmaßnahmen sowie die Verarbeitungs- und Sicherheitshinweise des Herstellers sind deshalb wichtig.

Es gibt aber auch Nachteile: Silikatfarbe ist im flüssigen Zustand stark reizend und kann gefährlich sein, deshalb muss man beim Streichen Schutzkleidung tragen, es wird empfohlen Silikatfarbe von Fachleuten aufbringen zu lassen.  Außerdem haftet sie nur auf bestimmten Untergründen wie Putz oder Beton und nicht auf allen Wänden.

Silikatfarbe wird sowohl im Außenbereich an Fassaden als auch im Innenbereich, zum Beispiel in Kellern oder Badezimmern, verwendet.

Vor- und Nachteile von Kalk- und Silikatfarben

Kalkfarbe Silikatfarbe
Vorteile • hohe Wasserdampfdurchlässigkeit, je nach Produkt

• hoher pH-Wert kann das Wachstum bestimmter Mikroorganismen erschweren

• mineralische Beschichtung mit alkalischer Oberfläche

• je nach Produkt auch ohne zugesetzte Konservierungsmittel erhältlich

• häufig für historische Gebäude geeignet

• charakteristische matte Optik

• hohe Wasserdampfdurchlässigkeit

• bei geeigneten Produkten gute Witterungsbeständigkeit

• alkalische Oberfläche kann das Wachstum bestimmter Mikroorganismen erschweren

• kann sich mit geeigneten mineralischen Untergründen durch Verkieselung verbinden

• bei fachgerechter Verarbeitung langlebig

• gute Farbtonbeständigkeit, abhängig von Produkt und Pigmentierung

Nachteile • je nach Produkt nur begrenzt abriebfest

• bei späterer Überarbeitung ist die Verträglichkeit mit anderen Anstrichen zu prüfen

• sorgfältige Untergrundvorbereitung und fachgerechte Verarbeitung erforderlich

• klassische Silikatfarben benötigen einen geeigneten mineralischen Untergrund

• wegen der Alkalität sind geeignete Schutzmaßnahmen bei der Verarbeitung erforderlich

• bei späteren Renovierungen muss die Verträglichkeit mit dem vorhandenen Anstrich geprüft werden

Kalkfarbe oder Silikatfarbe – welche ist die bessere Wahl?

Ob Kalkfarbe oder Silikatfarbe die bessere Wahl ist, hängt vor allem vom Untergrund, dem Einsatzbereich und den gewünschten Eigenschaften des Anstrichs ab.

Kalkfarbe eignet sich besonders für bestimmte mineralische Untergründe und wird häufig bei der Sanierung historischer Gebäude eingesetzt. Sie bietet eine charakteristische matte Oberfläche. Je nach Produkt kann die Verarbeitung allerdings anspruchsvoll sein und die Abriebfestigkeit begrenzt ausfallen.

Silikatfarbe kann auf geeigneten mineralischen Untergründen eine besonders dauerhafte Verbindung eingehen. Sie zeichnet sich häufig durch eine hohe Wasserdampfdurchlässigkeit und gute Beständigkeit aus. Welche Untergründe infrage kommen, hängt von der jeweiligen Silikatfarbenart ab.

Beide Farbarten können bei fachgerechter Anwendung sinnvolle Lösungen sein. Sie verhindern jedoch nicht automatisch Schimmelbildung und beseitigen keine bestehenden Feuchtigkeitsprobleme. Vor der Auswahl sollten deshalb der Zustand der Wand und mögliche Feuchtigkeitsursachen berücksichtigt werden.

Zusammengefasst:

Kalk- und Silikatfarben sind mineralische Anstrichsysteme mit unterschiedlichen Eigenschaften. Beide können auf geeigneten Untergründen eine sinnvolle Wahl sein.

Kalkfarben kommen unter anderem bei der Sanierung historischer Gebäude zum Einsatz und zeichnen sich durch ihre typische matte Optik aus. Silikatfarben können insbesondere auf geeigneten mineralischen Untergründen langlebige und widerstandsfähige Beschichtungen bilden.

Welche Farbe im Einzelfall geeignet ist, hängt vom Untergrund, der Nutzung des Raumes und den Anforderungen an den Anstrich ab. Eine fachliche Beurteilung der vorhandenen Wandflächen hilft dabei, das passende Beschichtungssystem auszuwählen.

Welche Wandfarbe für ein bestimmtes Projekt geeignet ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Der Malerbetrieb Thomas Bilk unterstützt bei der Auswahl eines passenden Anstrichsystems und der fachgerechten Umsetzung.

Für Fragen oder eine Terminvereinbarung ist der Malerbetrieb telefonisch unter 035796 96550 oder per E-Mail an info@maler-bilk.de erreichbar.