Kalk- oder Silikatfarben?
ökologische Farben erklärt

Wir alle haben schon mal Zeit damit verbracht die richtige Farbe für unserer Haus, Zimmer oder Garage zu finden. Doch nach eine paar Jahren in ihrer Wohnung oder ihrem Haus finden wir die Luft zu Hause stickig, die Fenster beschlagen im Winter und vielleicht sind erste Schimmelflecken in einer Ecke zu sehen. Und das alles, obwohl die letzte Renovierung noch nicht lange her ist.
Es ist zwar ärgerlich, aber wir verdrängen den Handlungsbedarf und machen erstmal gar nichts – erstmal beobachten.
Doch was verbirgt sich eigentlich dahinter und welche Auswirkungen kann dies auf unsere Gesundheit haben?
Um die Ursachen genauer zu verstehen, müssen wir ein Detail in unserer Wohnung oder unserem Haus genauer betrachten, dieses Detail bildet die Grundlage in jedem Zuhause. Genau, unsere Wände – doch was ist denn jetzt so schädlich an einer Wand?
Es ist nicht der Farbton oder die Struktur der Farbe, sondern die Art von Farbe, die auf der Wand aufgetragen ist. Die meisten holen sich handelsübliche Dispersionsfarbe, Latexfarbe oder Isolier- und Absperrfarbe ins Haus. An diesen Arten von Farben ist im Generellen nichts falsch, aber sie können auf längere Zeit Schimmel, Nässe an den Fenstern oder stickige Luft verursachen.
Und welche Farbarten sind können diese Probleme verhindern? Kalk- und Silikatfarben.
Was ist Kalk und was ist Silikat?
Fangen wir mit Kalk an. Wasser enthält Calcium und Magnesium. Wenn viel davon im Wasser ist, nennt man das „hartes Wasser“. Wenn dieses Wasser gekocht wird oder trocknet, bleiben Calcium und Magnesium zurück und bilden eine weiße, feste Schicht. Diese Schicht nennt man Kalk. Du kannst Kalk zum Beispiel im Wasserkocher oder im Bad an den Wasserhähnen sehen.
Kalk ist nicht gefährlich für den Menschen, aber er kann Dinge kaputt machen oder dafür sorgen, dass Geräte schlechter funktionieren. Deshalb entfernt man ihn manchmal, zum Beispiel mit speziellen Mitteln oder Geräten.
Du fragst dich jetzt bestimmt, wie Kalk zu deiner wand werden soll. Dafür gibt es eine ganz einfache Lösung: Kalkfarbe.
Kalkfarbe ist eine natürliche, mineralische Farbe, die aus sogenanntem Sumpfkalk hergestellt wird. Sie eignet sich für Innen- und Außenbereiche, besonders für Wände mit mineralischem Untergrund, wie Putz. Sie wird oft bei alten Gebäuden (z. B. Denkmalschutz) und auch in modernen Wohnungen verwendet, weil sie ein gesundes Raumklima unterstützt.
Ein großer Vorteil von Kalkfarbe ist ihr hoher pH-Wert. Dadurch wirkt sie keimtötend und vorbeugend gegen Schimmel, was besonders gut für feuchte Räume, wie Bad oder Küche, ist. Zudem ist sie umweltfreundlich, da sie ohne schädliche Zusatzstoffe auskommt.
Kalkfarbe entsteht aus Kalkstein, der gebrannt, mit Wasser gelöscht und später wieder zu Kalkstein wird, wenn er an der Wand trocknet. Sie bleibt dabei „atmungsaktiv“, sodass Feuchtigkeit aus der Wand entweichen kann.
Man kann Kalkfarbe auch einfärben, allerdings nur mit speziellen, „kalkechten“ Pigmenten. Der Anstrich wirkt oft leicht wolkig und natürlich.
Wichtig ist, dass der Untergrund mineralisch ist. Auf Holz, Tapeten oder Kunststofffarben hält Kalkfarbe schlecht oder gar nicht. Vor dem Streichen muss der Untergrund sauber, fest und trocken sein.
Doch was ist nun Silikatfarbe?
Silikate sind chemische Stoffe, die aus Verbindungen der Kieselsäure bestehen. Die meisten Silikate sind nicht in Wasser löslich. Sie kommen sehr häufig in der Natur vor – sogar der größte Teil der Erdkruste besteht aus Silikaten.
Silikate werden in vielen Bereichen genutzt, zum Beispiel in der Bauindustrie, bei Farben, Waschmitteln und auch bei Schmuck und Edelsteinen. Es gibt sie sowohl natürlich als auch künstlich hergestellt. Ein bekanntes, aber heute verbotenes Silikat-Mineral ist Asbest.
Silikatfarbe ist eine umweltfreundliche Wandfarbe aus mineralischen Stoffen. Sie verbindet sich beim Streichen fest mit dem Untergrund, wodurch ein sehr haltbarer und wetterfester Anstrich entsteht.
Ein großer Vorteil ist, dass die Farbe „atmungsaktiv“ ist. Das bedeutet, Feuchtigkeit kann aus der Wand nach außen entweichen. Dadurch hilft sie auch gegen Schimmel und ist gut für Allergiker geeignet. Außerdem enthält sie kaum schädliche Stoffe und ist deshalb sehr umweltfreundlich.
Es gibt aber auch Nachteile: Silikatfarbe ist im flüssigen Zustand stark reizend und kann gefährlich sein, deshalb muss man beim Streichen Schutzkleidung tragen, es wird empfohlen Silikatfarbe von Fachleuten aufbringen zu lassen. Außerdem haftet sie nur auf bestimmten Untergründen wie Putz oder Beton und nicht auf allen Wänden.
Silikatfarbe wird sowohl im Außenbereich an Fassaden als auch im Innenbereich, zum Beispiel in Kellern oder Badezimmern, verwendet.
Vor- und Nachteile von Kalk- und Silikatfarben
| Kalkfarbe | Silikatfarbe | |
| Vorteile | • feuchtigkeitsregulierend
• wirkt keimtötend und desinfizierend • wirkt gegen Schimmel und Bakterien • ohne Konservierungsstoffe und allergikerfreundlich • geeignet für historische Gebäude • matte, natürliche Optik |
• atmungsaktiv
• wetterbeständig • Schimmel- und algenhemmend • verbindet sich chemisch mit mineralischen Untergrund (verkieselt) • langlebig • Farbton bleibt lange stabil |
| Nachteile | • nicht abriebfest
• schwierig zu entfernen • Verarbeitung ist anspruchsvoll |
• benötigt mineralischen Untergrund
• Schutzkleidung bei Auftrag nötig • schwer zu entfernen |
Nun wissen wir, was Silikat- und Kalkfarben für dich bringen. Doch was ist den jetzt besser?
Kalk- und Silikatfarben gehören beide zu den mineralischen, umweltfreundlichen Wandfarben und haben viele gemeinsame Vorteile. Sie sind diffusionsoffen, also „atmungsaktiv“, wodurch Feuchtigkeit aus der Wand entweichen kann. Das sorgt für ein besseres Raumklima und verhindert die Bildung von Schimmel. Genau hier liegt einer ihrer größten gesundheitlichen Vorteile: Beide Farben schaffen ein Umfeld, in dem sich Schimmel und Bakterien kaum entwickeln können – ein wichtiger Punkt besonders für Allergiker und für Räume mit hoher Luftfeuchtigkeit wie Bad oder Keller.
Kalkfarbe punktet vor allem durch ihre stark desinfizierende Wirkung. Durch den hohen pH-Wert wirkt sie keimtötend und ist komplett frei von schädlichen Zusatzstoffen. Dadurch ist sie besonders für Innenräume geeignet und sorgt für ein angenehmes, natürliches Wohnklima. Sie eignet sich vor allem für Menschen, die großen Wert auf Natürlichkeit und Wohngesundheit legen. Allerdings ist sie etwas empfindlicher, weniger abriebfest und oft aufwendiger in der Verarbeitung.
Silikatfarbe hingegen überzeugt durch ihre extreme Haltbarkeit und Robustheit. Sie verbindet sich fest mit dem Untergrund und ist dadurch besonders langlebig und wetterfest. Auch sie ist gesundheitlich unbedenklich, da sie kaum Schadstoffe enthält und ebenfalls schimmelhemmend wirkt. Damit eignet sie sich besonders gut für stark beanspruchte Flächen oder den Außenbereich. Nachteilig ist jedoch, dass sie schwieriger zu verarbeiten ist und beim Streichen Schutzmaßnahmen notwendig sind.
Zusammengefasst:
Kalkfarbe ist die bessere Wahl für ein besonders natürliches und gesundes Raumklima im Innenbereich, während Silikatfarbe durch ihre Stabilität und Langlebigkeit überzeugt. Beide Farben sind aus gesundheitlicher Sicht sehr empfehlenswert, da sie ohne schädliche Stoffe auskommen, die Luftqualität verbessern und aktiv gegen Schimmel wirken.
Wenn du noch mehr Fragen hast, dann melde dich doch einfach unter der E-Mail: info@maler-bilk.de oder der Tel.: 035796 96550.

